Königreich der Stabilität

Lesezeit: 5 Minuten

Auf dem Weg ins Königreich der Stabilität

Irgendwo zwischen Studierien und dem Königreich der Stabilität hocken Futran, Sensio und Alma in der Dunkelheit in einem kleinen Zelt und warten darauf, dass es endlich aufhört zu regnen. Seit Tagen strömen nicht enden wollende Wassermassen aus dunklen Wolken auf sie hinab und verwandeln die Wege in rutschige Schlammpisten. Alle ihre elektronischen Geräte sind durch das viele Wasser kaputtgegangen und so sind sie auf sich allein gestellt. Besonders Sensio macht die hohe Luftfeuchtigkeit zu schaffen. Sein GPS-Sender funktioniert nicht mehr und jedes Mal, wenn der kleine Roboter seinen Kopf dreht oder einen Arm hebt, quietscht es ohrenbetäubend.

Nachdem Alma vor drei Wochen ihren Auftrag in Studierien beendet hatte, haben sie sich auf den Weg zum Königreich der Stabilität gemacht, da Alma hofft, dort auf ihre Changer-Kollegen zu stoßen. „Da hatten wir unser letztes Untergrundtreffen bevor ich nach Studierien aufgebrochen bin. Der Sohn des Königs hat uns einen sicheren Platz zur Verfügung gestellt. Ihm kann man vertrauen. Vielleicht weiß er, wo sich die anderen Changer und Dein Vater gerade aufhalten, Futran“ „Habe ich Dir eigentlich schon erzählt, dass ich den Thronfolger kenne?“ beginnt Futran „Wir haben schon als kleine Kinder beim alljährlichen Treffen der Königshäuser immer miteinander gespielt. Bis Wandela eingenommen wurde… Wir haben uns ewig nicht gesehen. Ich frage mich, ob er sich an mich erinnert!“ Alma, die Futrans Sorgen deutlich in seinen Augen sieht, ergreift seine Hand. „Wir werden ihn finden und er wird sich ganz sicher an Dich erinnern“, versucht sie ihn zu trösten. In den letzten Tagen mussten sie immer wieder von ihrem Weg abweichen und sich schnell ins Unterholz schlagen, um nicht einer Routine-Truppe in die Arme zu laufen. „So wie es aussieht, hat der Stagnator es geschafft, seine Lakaien auch bis in diesen Teil Communicatios voranzutreiben“, hat Futran verzweifelt festgestellt, als sie wieder einmal Hals über Kopf in die Büsche gestürzt waren.

Ein unerwarteter Zufall

Ein großer Wassertropfen tropft von der Zeltdecke auf Futrans Nase und bringt ihn zum Niesen: „Haaaatschi“ „Psssst!“, zischt Alma, „Ich habe etwas gehört.“ Angespannt sitzen sie da und lauschen. Plötzlich rumst etwas, das Zelt wackelt, es platscht und jemand ruft laut „Autsch!“. Futan, Alma und Sensio sitzen wie zu Salzsäulen erstarrt da. Jemand fängt draußen im Dunkeln an, vor sich hin zu grummeln: „Mein Gott, da will man einmal seine Ruhe haben, einfach mal den Kopf freikriegen und diese ganzen störrischen Untertanen vergessen… Und dann fängt es wie aus Kübeln an zur regnen und ich falle auch noch in den Schlamm. Worüber bin ich denn da überhaupt gestolpert?“ Alma wispert: „Ich glaube, jemand ist über unsere Zeltschnur gestolpert. Wie ein Routinier klang das aber nicht“ „Ich schaue mal nach“, flüstert Futran, öffnet vorsichtig und mit zitternden Händen den Reißverschluss des Zeltes, schaut hinaus und fällt rücklings zurück ins Zelt, als sich gleichzeitig der Kopf eines jungen, etwas zerzaust aussehenden Mannes durch den Zelteingang schiebt. Er schimpft: „Sie wissen, dass sie eine Erlaubnis benötigen, um auf unseren Ländereien zu kampieren!? Ihretwegen ist meine Hose nass und ich wette, …“ Als er Alma entdeckt, hält er verdutzt inne: „Alma, was machst Du denn hier? Warum sitzt
Du hier draußen im Dauerregen in einem Zelt?“ Dann schaut er sich weiter im Zelt um, blickt Futran an und ruft: „Ich glaube, ich spinne! Futran, bist Du das etwa? „Norian!?“ rufen Alma und Futran wie aus einem Munde. Norian ruft: „Futran, wir dachten Du wärst tot. Dein Vater wird so glücklich sein zu hören, dass ich dich gefunden habe.“ Die alten Freunde fallen sich in die Arme. „Du weißt, wo mein Vater ist? Ist er hier?“, fragt Futran ganz aufgeregt. „Nein, er ist nicht hier, aber ich weiß wo er ist“, sagt Norian. „Was haltet Ihr davon, wenn wir hoch in den Palast gehen und ich Euch eine warme Suppe machen lasse und wir über alles reden? Hier sind wir nicht sicher“. Das lassen sie sich nicht zweimal sagen und so macht sich das Vierergespann auf zum Königspalast.

Die Idee mit dem Coaching

Im Königspalast angekommen – ein steifer Hofdiener hat Alma und Futran trockene Kleidung, eine warme Suppe etwas Öl für Sensio gebracht – erzählt ihnen Norian weiter: „Dein Vater, Futran, konnte dem Stagnator in letzter Sekunde entkommen und hat uns um Hilfe gebeten. Mein Vater wollte ihn nicht hier bei uns im Palast lassen, um sein Volk nicht in Gefahr zu bringen, aber wir haben deinen Vater in unserer Sommerresidenz am Fluss der Hoffnung untergebracht. Ich werde meine Diener gleich beauftragen, ihm Bescheid zu geben, dass Du bei mir bist.“ „Vielen Dank, Norian. Das werde ich Dir nie vergessen! Aber sag, wie geht es deinem Vater?“ Ein Schatten zieht sich über Norians Gesicht: „Mein Vater ist vor einigen Wochen verstorben.“ „Oh nein“, sagt Alma, „wie schrecklich.“ Norian nickt traurig mit dem Kopf. „Ich bin jetzt der neue König. Nur, dass mein Volk nicht besonders begeistert davon ist.“ „Aber warum denn nicht?“, fragt Alma erstaunt. „Was das Volk an meinem Vater besonders geschätzt hat, war, dass alles in unserem Land stabil, geregelt und vorhersehbar ablief. Was mein Vater sich auf seine alten Tage aber nicht eingestehen wollte, ist, dass wir mit den ganzen vielen Regelbüchern und unflexiblen Abläufen nicht mehr lange hätten weitermachen können. Unsere Umwelt ändert sich heute so schnell, dass wir, wenn unser Volk weiterhin in Wohlstand leben möchte, uns schnell und flexibel anpassen müssen. Seit Wochen versuche ich dem Volk nun zu erklären, dass wir agiler werden müssen, aber sie wollen nicht auf mich hören. Bisher wurden alle meine Veränderungsmaßnahmen boykottiert. Ich weiß nicht, was ich noch machen soll!“ Er lässt verzweifelt die Schultern hängen. Alma schaut Norian besorgt an und sagt: „Ich habe eine Idee. Meine Freundin Antje kann Dir bestimmt weiterhelfen. Sie kennt sich damit aus, wie man Führungspersonen in solchen Situationen helfen kann. Wenn nur mein Handy keinen Wasserschaden hätte, dann würde ich ihr direkt schreiben…!“ „Oh das wäre wunderbar“, ruft Norian, „hier, nimm mein Handy.“ Alma nimmt das Handy entgegen und fängt an, mit Changerin Antje zu schreiben.

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Der nächste Morgen

Als Alma wieder von dem Handy aufblickt, ist es Morgen geworden. Der Regen hat endlich aufgehört und ein goldroter Sonnenaufgang zeichnet sich am Horizont ab. Plötzlich stürmt ein keuchender Hofdiener in den Saal: „Eure Stabili…, eh Agilität! Soeben hat uns die Nachricht erreicht, dass die Truppen des Stagnators nur noch wenige Meilen vor unseren Stadtmauern kampieren. Es heißt, der Stagnator selbst sei unterwegs in unsere Region.“ Der Diener setzt sich schwer atmend auf einen Stuhl. „Wir müssen etwas unternehmen!“ ruft Furan, „Wir müssen die Changer zusammenrufen. Vielleicht können wir den Stagnator gemeinsam stoppen“. Alma schaut ihn an: „Du hast recht. Und wir müssen deinen Vater so schnell wie möglich kontaktieren“. Norian schaut sie an: „Ich glaube, der Tag ist gekommen. Wir müssen uns ein für alle Mal dem Stagnator stellen. Kommt mit, ich habe einen Plan, wie wir vorgehen können.“

Sensio sieht den dreien hinterher, wie sie in den Nebenraum eilen. „Ich glaube, wir werden in den nächsten Tagen stark sein müssen.“

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Veränderung verstehen, gestalten und begleiten

Dafür sind wir, das Communication Services Team der fme AG, Ihre Ansprechpartnerinnen. Dank unserer langjährigen Erfahrung im Change Management wissen wir, wie wichtig es ist, Veränderungen in Unternehmen bewusst und aktiv zu gestalten, damit sie von den Mitarbeitenden mitgetragen und integriert werden und so die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens gestärkt wird. Wir helfen Ihnen in den Bereichen Change Management, Coaching & Beratung und E-Learning. Bewirken Sie gemeinsam mit uns positiven Wandel in Ihrem Unternehmen!

Studierien

HAUPTSTADT: Scio

EINWOHNER: Anhand verschiedener Kopfbedeckungen kann man erkennen, welches „Lernlevel“ ein Studieraner bereits erreicht hat : Anfänger tragen Hüte in Form von Fragezeichen, Fortgeschrittene Hüte in Form von Ausrufezeichen und Experten tragen Doktorhüte.

GEOGRAFISCHE LAGE: Angrenzend an Dokumentistan und das Königreich der Stabilität

BESONDERHEITEN: Weltweit ist bekannt, dass man, wenn man einen Studieraner trifft, ihn oder sie (fast) alles fragen kann und man immer eine umfassende und gut informierte Antwort bekommt.

Die Studieraner sind die gebildetsten Menschen des gesamten Planeten Communicatio. Von ihrer frühsten Kindheit an verbringen sie viel Zeit damit, in Seminaren neue Dinge zu lernen. Da sich von Zeit zu Zeit immer wieder Regeln und Systeme in Studierien ändern und damit die Studieraner ständig an ihrer Auskunfts-Fähigkeit feilen können, ist es wichtig, dass sie regelmäßig an den neuen Seminaren teilnehmen. Aber auch auf dem Planeten Communicatio hat die Globalisierung Einzug gehalten: Die junge Generation Studierens möchte reisen und lässt sich in anderen Ländern nieder. Es wird zunehmend schwieriger sicherzustellen, dass alle an den Präsenzseminaren teilnehmen können. Die Bevölkerung ist besorgt: Wenn nicht mehr alle auf demselben Stand sind und keine neuen Dinge mehr lernen, wird das Land seine Vorreiterstellung als Quelle des Wissens bald verlieren. Wie kann das verhindert werden?

Königreich der Stabilität

HAUPTSTADT: Constantinam

EINWOHNER: alle sehr ordentlich, strukturiert, immer gut und unauffällig gekleidet

GEOGRAFISCHE LAGE: Angrenzend an Studieren und Dokumentistan; die Nähe zu Studieren sorgt dafür, dass neues Wissen immer wieder ins Land kommt

KLIMA: Ganzjährig heiter bis wolkig

SEHENSWÜRDIGKEITEN: Der große Königspalast der Stabilität, akkurat angelegte Städte und Dörfer

Das Königreich der Stabilität besteht schon seit Menschengedenken. Die Menschen leben seit jeher gut so, wie es eben schon immer war. Der alte König ist vor Kurzem verstorben und der Thronfolger ist jung und voller Tatendrang. Er möchte das Königreich der Stabilität zum „Königreich der Agilität“ umwandeln. Den Einwohnern geht das zu schnell.

TRANSFORMIEN

HAUPTSTADT: Trafo

EINWOHNER: Unscheinbar, ähneln immer mehr den Einwohnern Stagnaziens

GEOGRAFISCHE LAGE: im Westen das Wandela-Gebirge

KLIMA: Im Schutz des Wandela-Gebirges liegend, herrscht in Transformien eher gemäßigtes Klima. Die Ausbreitung der stagnierenden Mächte hat allerdings auch einen Einfluss auf die Jahreszeiten – der Winter hält bereits in vielen Teilen des Landes Einzug.

Als der Stagnator in Wandela (jetzt Stagnazien) die Macht übernahm, schaffte es ein kleiner Teil der Wandelaner, sich hinter das Wandela-Gebirge zurückzuziehen und eine neue Nation zu gründen. Allerdings bringen die stagnierenden Mächte mittlerweile nach und nach ihr zähes Gedankengut auch nach Transformien. Wer Veränderung wagt, muss nun damit rechnen, dass ihn die Spitzel des Stagnators an das Tyrannen-Regime verraten. Die Exil-Regierung beobachtet mit Schrecken, wie der Veränderungswille der Bevölkerung immer weiter schwindet. Das Land droht an seinem Stillstand unterzugehen und dem Stagnator in die Hände zu fallen.

Dokumentistan

HAUPTSTADT: File

EINWOHNER: Vom vielen Lesen und Sitzen in den Archiven sind die Dokumentaner merkwürdig bleich, eher papierfarben, die meisten tragen Brillen oder Monokel. zum Schutz vor der Sonne tragen sie Papierhüte.

GEOGRAFISCHE LAGE: Umgeben von riesigen Wäldern, die zur Papierproduktion verwendet werden

SEHENWÜRDIGKEITEN: Files Stadtarchive – sie sind bekannt für ihre besonders platzsparende Stapeltechnik

Dokumentistan gilt aufgrund seiner Lage als super sicherer Speicherort. Viele Länder haben deshalb ihre wichtigen Dokumente in den gewaltigen Archiven Files gelagert. Die Dokumentaner lieben ihre Sammlungen und versuchen, in ihrem Leben möglichst viele Dokumente zu lesen. Aber in den letzten Jahrzehnten wurden immer mehr Dokumente nach File gebracht. Das Archivsystem kann mit den Massen von Dokumenten immer schwerer umgehen und ist immer häufiger überlastet. Wenn es nicht bald von einem neuen System ersetzt wird, droht der Kollapse der Archive und damit der Untergang Dokumentistans. Die oberste Bibliothekarin experimentiert im Geheimen mit der Einführung eines neuen Systems. Aber wie werden die Dokumentaner reagieren?

Stagnazien

HAUPTSTADT: Lutin

GEOGRAFISCHE LAGE: Im Norden das Tal der Tränen, im Osten das Wandela-Gebirge.

EINWOHNER: Unglücklich und ängstlich, scheuen jede Veränderung, grau in grau gekleidet in der Mode von Vorgestern

KLIMA: ewiger Winter, denn als der Stagnator das Land einnahm, war es gerade Winter und das absolute Veränderungsverbot hat auch die Jahreszeit dazu veranlasst, sich nicht mehr zu verändern

Früher hieß Stagnazien einmal Wandela und war das Zentrum der positiven Veränderung. Als Zeichen seiner Macht hat der Stagnator, als er das Land einnahm, Wandela in Stagnazien umbenannt. Von hier aus entsendet er seine Routine-Truppen in die Länder des Kontinents, um die Weltherrschaft an sich zu reißen und jede Veränderung im Keim zu ersticken. Der Großteil der stagnazischen Bevölkerung ist träge und hat jegliches Motivationsgefühl verloren, sie folgt dem Stagnator wie Marionetten. Wenn es keine Veränderung gibt, wird das Land dem Untergang geweiht sein.