Land der konstruktiven Kritik

Lesezeit: 4 Minuten

Teil 2 – Showdown

Futran trifft auf den Stagnator

Auf dem großen Platz hat sich bereits eine große Menschenmenge versammelt. Sie schauen sich ängstlich um. In der Mitte des Platzes steht ein finster dreinschauender Mann in einem alten grünen Cordanzug. Er hält ein Megaphon in der Hand und ruft „Ich bin der Stagnator. Ich bin gekommen, um Veränderungen ein für alle Mal von unserem Planeten Communicatio zu verbannen. Denn es ist gut so, wie es schon immer war! Wir brauchen keine Veränderung! Aber habt keine Angst. Wenn ihr mir den Jungen gebt, wird euch nichts passieren.“ Ein Raunen geht durch die Menge, als Futran sich mit zitternden Beinen auf den Weg in die Mitte des Platzes macht. Doch plötzlich stellt sich ihm eine große schlanke Gestalt in den Weg, legt ihm eine Hand auf die Schulter und sagt laut und deutlich: „Halt!“

Die Beweggründe des Stagnators

Futran blickt auf und schaut in ein freundliches Gesicht mit strahlenden grünen Augen und einem entschlossenen Gesichtsausdruck im Gesicht. Es ist das Gesicht seines Vaters. „Meinen Sohn rührst Du nicht an!“ sagt dieser nun mit fester Stimme zum Stagnator. Der Stagnator lacht laut auf: „Meine Truppen haben die ganze Stadt umzingelt. Ich glaube nicht, dass Du allein mich aufhalten kannst!“ Doch der König von Wandela lässt sich nicht von den Worten des Stagnators beeindrucken und erwidert unbeeindruckt: „Ich möchte dich eine Sache fragen, Stagnator. Was ist der Grund dafür, dass Du keine Veränderung zulassen möchtest?“ Der Stagnator ist nun sichtlich verwirrt angesichts der Tatsache, dass seine Worte keine Angst bei Futrans Vater ausgelöst haben und kommt ins Stocken. „Wie ich schon gesagt habe, wir brauchen keine Veränderung… Veränderungen sind stressig… seht euch an… wie viele Menschen unter Veränderungen leiden.“

Veränderung als Chance

„Ich kann verstehen, dass Veränderungen Stress hervorrufen, aber Veränderungen sind auch wichtig. Ob wir es wollen oder nicht, alles ist stets im Wandel und uns wird es auf Dauer bessergehen, wenn wir versuchen uns auch zu wandeln. Und wenn wir es richtig angehen, dann kann Veränderung auch ohne Stress bewältigt werden“, sagt Futrans Vater. Der Stagnator schüttelt nun wütend den Kopf. „Ja, das habe ich zu Beginn auch gedacht. Aber dann wurden ständig Dinge entschieden und verändert, ohne dass mich jemals jemand gefragt hätte, ob ich damit einverstanden war. Wie viele Briefe ich damals an das Veränderungsministerium geschrieben habe! Und kein einziger wurde beantwortet.“ „Das tut uns leid. So hätte das nicht laufen dürfen. Unser damals neu gegründetes Veränderungsministerium war auch überfordert damit, die ganzen Veränderungen in Communicatio zu begleiten, da ist das vielleicht untergegangen. Aber wir können das Problem immer noch lösen! Was müsste passieren, Stagnator, damit all diese Probleme für dich gelöst wären?“

Das Land der konstruktiven Kritik

Der Stagnator ist nun offenbar völlig verwirrt. Auf einmal strömen hunderte weitere Menschen durch die Stadttore auf den großen Platz. Aus der Menge kommen Rufe. „Die Changer, ich glaube, die Changer sind hier!!“ Zwei Changer treten hervor, stellen sich neben Futran und den König von Wandela. Einer von ihnen sagt: „Wir haben einen Vorschlag, den wir dem Stagnator unterbreiten möchten. Wir stellen immer wieder fest, dass es Menschen ähnlich geht wie dem Stagnator. Auch wenn wir uns bemühen, Veränderungen in Commnuicatio für alle positiv zu gestalten, fühlen sich manche Menschen nicht ausreichend von uns begleitet. Damit das in Zukunft nicht mehr passiert, brauchen wir jemanden, der für uns die Qualität unserer Veränderungsarbeit sicherstellt. Daher möchten wir Dir, Stagnator, anbieten, auf dem leeren Flecken Land oberhalb von Wandela dein eigenes Land aufzubauen, das ‚Land der konstruktiven Kritik‘ und dich bitten, uns von dort aus zu unterstützen.“ Dem Stagnator hat es offenbar die Sprache verschlagen, schließlich sagt er aber doch: „Wenn das so ist. Dann nehme ich diese Herausforderung an.“

Futran dreht sich zu seinem Vater um, der sehr erleichtert aussieht. Sie strahlen einander an: „Wie schön, Dich wiederzuhaben, mein Sohn.“, sagt der König von Wandela und drückt Futran an sich.

Ein Jahr später:

Sensio und Futran sitzen im Garten ihres Hauses in der Sonne auf einer Bank. Nach langer Zeit des Winters hat in diesem Jahr der Frühling wieder Einzug in Wandela gehalten und die ersten Blumen strecken ihre Köpfe in Richtung der Sonnenstrahlen. „Ich habe mit Norian telefoniert“, erzählt Futran. „Sein Volk und er haben mittlerweile einen Weg gefunden, wie sie das Agilitätsprojekt gemeinsam angehen können, damit alle mitkommen und zufrieden sind. Die Bevölkerung hat wohl mittlerweile richtig Spaß an der Sache und hat darum gebeten, das Projekt selbst in die Hand nehmen zu können. Er macht gerade Urlaub in seiner Sommerresidenz.“ Futran lacht. „Und mein Vater hat mir gestern erzählt, dass nicht nur bei uns, sondern auch in Dokumentistan wieder die Sonne scheint, da sie nicht mehr durch die hohen Papierstapel verdeckt wird. Das Dokumentenmanagementsystem scheint super zu funktionieren.“ Sensio nickt zufrieden mit dem Kopf. „Du kannst stolz auf dich sein, Futran. Du hast es geschafft, viel positive Veränderung in die Welt zu bringen. Aber was wirst du mit Deiner freien Zeit nun anfangen?“ Naja, ohne die Hilfe der Changer und der vielen anderen Menschen hätten wir das niemals hinbekommen! Das Kollaborations-Tool hat sich wirklich bezahlt gemacht, so war es einfach auch weiterhin gemeinsam an Projekten zu arbeiten und in Kontakt zu bleiben“, antwortet Futran etwas verlegen. „Und so viel Freizeit werde ich gar nicht haben. Ich habe ja meine ganzen Onlinekurse, mit denen ich mich zum Transformations-Experten weiterbilden lassen möchte. Das E-Learning funktioniert in Studierien so gut, dass sie es nun auch für Nicht-Studierianer geöffnet haben. An manchen Wochenenden treffen wir uns natürlich auch für Workshops in Studierien. Alma wird nächstes Wochenende auch dort sein“, sagt Futran und wird ein wenig rot. „Soso“, antwortet Sensio schmunzelnd. „Dann steht einem schönen Sommer ja nichts mehr im Wege.“

Unsere Workshop-Experten

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Veränderung verstehen, gestalten und begleiten

Dafür sind wir, das Communication Services Team der fme AG, Ihre Ansprechpartnerinnen. Dank unserer langjährigen Erfahrung im Change Management wissen wir, wie wichtig es ist, Veränderungen in Unternehmen bewusst und aktiv zu gestalten, damit sie von den Mitarbeitenden mitgetragen und integriert werden und so die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens gestärkt wird. Wir helfen Ihnen in den Bereichen Change Management, Coaching & Beratung und E-Learning. Bewirken Sie gemeinsam mit uns positiven Wandel in Ihrem Unternehmen!

Studierien

HAUPTSTADT: Scio

EINWOHNER: Anhand verschiedener Kopfbedeckungen kann man erkennen, welches „Lernlevel“ ein Studieraner bereits erreicht hat : Anfänger tragen Hüte in Form von Fragezeichen, Fortgeschrittene Hüte in Form von Ausrufezeichen und Experten tragen Doktorhüte.

GEOGRAFISCHE LAGE: Angrenzend an Dokumentistan und das Königreich der Stabilität

BESONDERHEITEN: Weltweit ist bekannt, dass man, wenn man einen Studieraner trifft, ihn oder sie (fast) alles fragen kann und man immer eine umfassende und gut informierte Antwort bekommt.

Die Studieraner sind die gebildetsten Menschen des gesamten Planeten Communicatio. Von ihrer frühsten Kindheit an verbringen sie viel Zeit damit, in Seminaren neue Dinge zu lernen. Da sich von Zeit zu Zeit immer wieder Regeln und Systeme in Studierien ändern und damit die Studieraner ständig an ihrer Auskunfts-Fähigkeit feilen können, ist es wichtig, dass sie regelmäßig an den neuen Seminaren teilnehmen. Aber auch auf dem Planeten Communicatio hat die Globalisierung Einzug gehalten: Die junge Generation Studierens möchte reisen und lässt sich in anderen Ländern nieder. Es wird zunehmend schwieriger sicherzustellen, dass alle an den Präsenzseminaren teilnehmen können. Die Bevölkerung ist besorgt: Wenn nicht mehr alle auf demselben Stand sind und keine neuen Dinge mehr lernen, wird das Land seine Vorreiterstellung als Quelle des Wissens bald verlieren. Wie kann das verhindert werden?

Königreich der Stabilität

HAUPTSTADT: Constantinam

EINWOHNER: alle sehr ordentlich, strukturiert, immer gut und unauffällig gekleidet

GEOGRAFISCHE LAGE: Angrenzend an Studieren und Dokumentistan; die Nähe zu Studieren sorgt dafür, dass neues Wissen immer wieder ins Land kommt

KLIMA: Ganzjährig heiter bis wolkig

SEHENSWÜRDIGKEITEN: Der große Königspalast der Stabilität, akkurat angelegte Städte und Dörfer

Das Königreich der Stabilität besteht schon seit Menschengedenken. Die Menschen leben seit jeher gut so, wie es eben schon immer war. Der alte König ist vor Kurzem verstorben und der Thronfolger ist jung und voller Tatendrang. Er möchte das Königreich der Stabilität zum „Königreich der Agilität“ umwandeln. Den Einwohnern geht das zu schnell.

TRANSFORMIEN

HAUPTSTADT: Trafo

EINWOHNER: Unscheinbar, ähneln immer mehr den Einwohnern Stagnaziens

GEOGRAFISCHE LAGE: im Westen das Wandela-Gebirge

KLIMA: Im Schutz des Wandela-Gebirges liegend, herrscht in Transformien eher gemäßigtes Klima. Die Ausbreitung der stagnierenden Mächte hat allerdings auch einen Einfluss auf die Jahreszeiten – der Winter hält bereits in vielen Teilen des Landes Einzug.

Als der Stagnator in Wandela (jetzt Stagnazien) die Macht übernahm, schaffte es ein kleiner Teil der Wandelaner, sich hinter das Wandela-Gebirge zurückzuziehen und eine neue Nation zu gründen. Allerdings bringen die stagnierenden Mächte mittlerweile nach und nach ihr zähes Gedankengut auch nach Transformien. Wer Veränderung wagt, muss nun damit rechnen, dass ihn die Spitzel des Stagnators an das Tyrannen-Regime verraten. Die Exil-Regierung beobachtet mit Schrecken, wie der Veränderungswille der Bevölkerung immer weiter schwindet. Das Land droht an seinem Stillstand unterzugehen und dem Stagnator in die Hände zu fallen.

Dokumentistan

HAUPTSTADT: File

EINWOHNER: Vom vielen Lesen und Sitzen in den Archiven sind die Dokumentaner merkwürdig bleich, eher papierfarben, die meisten tragen Brillen oder Monokel. zum Schutz vor der Sonne tragen sie Papierhüte.

GEOGRAFISCHE LAGE: Umgeben von riesigen Wäldern, die zur Papierproduktion verwendet werden

SEHENWÜRDIGKEITEN: Files Stadtarchive – sie sind bekannt für ihre besonders platzsparende Stapeltechnik

Dokumentistan gilt aufgrund seiner Lage als super sicherer Speicherort. Viele Länder haben deshalb ihre wichtigen Dokumente in den gewaltigen Archiven Files gelagert. Die Dokumentaner lieben ihre Sammlungen und versuchen, in ihrem Leben möglichst viele Dokumente zu lesen. Aber in den letzten Jahrzehnten wurden immer mehr Dokumente nach File gebracht. Das Archivsystem kann mit den Massen von Dokumenten immer schwerer umgehen und ist immer häufiger überlastet. Wenn es nicht bald von einem neuen System ersetzt wird, droht der Kollapse der Archive und damit der Untergang Dokumentistans. Die oberste Bibliothekarin experimentiert im Geheimen mit der Einführung eines neuen Systems. Aber wie werden die Dokumentaner reagieren?

Stagnazien

HAUPTSTADT: Lutin

GEOGRAFISCHE LAGE: Im Norden das Tal der Tränen, im Osten das Wandela-Gebirge.

EINWOHNER: Unglücklich und ängstlich, scheuen jede Veränderung, grau in grau gekleidet in der Mode von Vorgestern

KLIMA: ewiger Winter, denn als der Stagnator das Land einnahm, war es gerade Winter und das absolute Veränderungsverbot hat auch die Jahreszeit dazu veranlasst, sich nicht mehr zu verändern

Früher hieß Stagnazien einmal Wandela und war das Zentrum der positiven Veränderung. Als Zeichen seiner Macht hat der Stagnator, als er das Land einnahm, Wandela in Stagnazien umbenannt. Von hier aus entsendet er seine Routine-Truppen in die Länder des Kontinents, um die Weltherrschaft an sich zu reißen und jede Veränderung im Keim zu ersticken. Der Großteil der stagnazischen Bevölkerung ist träge und hat jegliches Motivationsgefühl verloren, sie folgt dem Stagnator wie Marionetten. Wenn es keine Veränderung gibt, wird das Land dem Untergang geweiht sein.